Sind Ihre Gedanken immer wahrhaftig?

Im Durchschnitt haben wir 50 000 Gedanken am Tag. Unser Gedanken sind für uns erst einmal Tatsachen. Sind es überhaupt Ihre? Mit Meditation entwickeln wir die Angewohnheit unsere Gedanken zu beobachten.




Fabel: Der Verdacht*



Es gab einmal einen Mann, der seine Axt verloren hatte. Er verdächtigte den Sohn seines Nachbarn, die Axt gestohlen zu haben.

Er beobachtete den Gang, das Aussehe, die Worte und Taten, jede Bewegung des Sohnes, so sieht ein Dieb aus, dachte er bei sich.

Zu seine Überraschung fand der man seine Axt bei der Feldarbeit wieder.

Wieder beobachtete er den Sohn seines Nachbars und fand, dass er überhaupt nicht wie ein Dieb ausschaut.

Es war nicht der Sohn des Nachbars, der sich änderte, sondern seinen eigenen Gedanke.


Diese Fabel zeigt, dass subjektive Gedanken manchmal Hindernisse für die Wahrnehmung der Wahrheit darstellen. Wenn Menschen Dinge mit falschen Gedanken beurteilen, werden sie unweigerlich die Wahrheit verzerren. Sie zeigt auch anschaulich, dass emotionale Veränderungen oft eine wichtige Rolle bei der rationalen Beurteilung spielen.


Ob Gedanken gut sind oder schlecht, hilfreich oder nicht, Aufmerksamkeit füttert sie. Wenn wir etwas glauben, uns damit identifizieren oder emotional darauf reagieren, machen wir es stärker. Aber wenn wir einen Gedanken nur teilnahmslos betrachten, verliert er bald seine Energie und löst sich ins Nichts auf.

Bei der Meditation lernen Wir, unsere Aufmerksamkeit von nicht hilfreichen und unwahren Gedanken abzuziehen - und umgekehrt gut Gedanken durch unsere Aufmerksamkeit zu nähren, um sie stärker zu machen und ihnen mehr Macht in unserem Leben zu verleihen.



*Diese Fabel stammt von Das Buch Lüshi chunqiu (deutsch Frühling und Herbst des Lü Buwei). ist ein enzyklopädischer chinesischer Klassiker zusammengestellt um 239 v. Chr. unter der Schirmherrschaft des Kanzlers der Qin-Dynastie Lü Buwei.